Holzgalerie 1: Nordamerika (Wyoming, Washington)

1. Wyoming
Im Bundesstaat Wyoming gibt es verschiedene versteinerte Wälder. Die zwei bekanntesten Fundorte für versteinertes Holz sind:

a) das Big Sandy Reservoir- nördlich von Farson- bekannt für versteinertes Palmholz

b) das Eden Valley in der Umgebung von Eden

Wegen seines zum Teil durch Chalcedon intensiv blau gefärbten Holzes wird die Region auch „Blue Forest“ genannt. Sehr häufig ist auch eine Kombination von Chalcedon und Quarz sowie gold-gelbem Calcit. Es gibt auch Stämmchen, bei denen die eine Seite eine voll ausgebildete Holzstruktur aufweist, während auf der anderen Seite die Holzstruktur vollständig durch Quarz ersetzt wurde. Es gibt auch Hölzer bei denen die Holzstruktur nahe vollständig durch Achat oder Quarz ersetzt wurde.


Holzstruktur zur Hälfte
durch Quarz ersetzt
(ca. 100 x 150 mm)

Die Struktur der versteinerten  Hölzer ist meist sehr gut zu erkennen und zum Teil sind sogar noch kleine Bohrgänge von Holzschädlingen sichtbar. Dernbach bezeichnet den Blue Forest (Green River Formation) als einen der prächtigsten versteinerten Wälder. Der Wald stammt aus dem Eozän (-58 Mio. Jahre). Zu dieser Zeit erstreckte sich über die heutigen Bundesstaaten Utah, Colorado und Wyoming eine riesige Fluss- und Seenlandschaft. An den großen Flussmündungen lagerten sich  damals große Mengen  Treibholz an. Einige der abgelagerten Hölzer gelangten dabei mit einer im Wasser lebenden, Kalk bildenden Alge in Kontakt. Das Holz wurde so zum Teil  von einer bis mehrere Zentimeter dicken Algen/Kalkschicht vollkommen umschlossen. Dadurch ist bei einigen Stücken die Rinde nahezu unversehrt erhalten geblieben. Teilweise ist der Algenmantel mit versteinert. Mit der Auffüllung der Seen mit Sedimenten und vulkanischen Aschen begann der Versteinerungsprozess der Hölzer.

Holz aus dem Blue Forest:


(ca. 150 x 100 mm)

         


(ca. 100 x 130 mm)

(ca. 80 x 90 mm)

(ca. 70 x 70 mm)

(ca. 100 x 70 mm)

 


(ca. 205 x 160 mm)

 


Palme
(ca. 120 x 100 mm)

Nach Dernbach ("Versteinerte Wälder", D`ORO Verlag) handelt es sich bei den dort gefundenen Baumarten meist um Laub- und Nadelhölzer sowie um Palmen. In der amerikanischen Literatur wird meist von sog. „pepperwood“ (Shinoxylon) gesprochen.

Eine besondere Form vom versteinertem Holz sind die so genannten "limb casts". Es handelt sich dabei um versteinertes Holz, bei dem die Struktur des des Holzes vollständig aufgelöst und durch Mineralisation vollständig ersetzt wurde. Limb casts entstehen wenn das Holz (meist kleine Äste oder Wurzelteile) nach der Umhüllung komplett verrottet und somit eine "leere Hülle als Ausgussform erhalten bleibt. In dieser Hohlform kommt es dann zur Anreicherung von Mineralien samt deren Auskristallisation (meist Achatbildung). Limb casts erinnern daher beim ersten Blick mehr an reine Achate, aber bei genauerer Betrachtung lässt sich teilweise an der Außenseite etwas rindenartiges erahnen. Eine sehr bekannte Fundstelle für diese limb casts ist die Region um den Crooked River.


limb cast
crooked river
(ca. 70 mm lang)


 


2. Washington

Der bekannteste versteinerte Wald in Washington ist der "Ginko Petrified Forest". Nirgendwo sonst in der Welt wurden mehr versteinerte Baumarten gefunden als hier. Es sollen insgesamt über 200 verschiedene identifizierte Baumarten (u.a. auch Ahorn, Magnolie, Walnuss, Fichte, Zeder, Sequoia und Ginko) sein! Die Entstehungsgeschichte des Ginko Petrified Forest geht auf sinnflutartiger Regenfälle im Miozän zurück. Dabei wurden entwurzelte Bäume und Baumteile in die unzähligen Seen gespült und später von Lavamassen ausbrechender Vulkane vollkommen umhüllt. Versteinertes Holz aus Washington zeichnet sich vor allem durch die sehr gute Zellerhaltung und die warmen Holzfarben aus.
 


Fagus sp.
Yakima Canyon  
(ca.  90 x 80 mm)


   Sequoia
Sunnyside
(ca. 180 x 180 mm))

    
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